Fotoforum: So geht Schwarz-Weiß (Teil 4)

Zusatzinformationen zum Artikel im Fotoforum Heft 01-2018

Zum gedruckten Artikel haben wir hier wieder für Sie Zusatz Informationen zusammengetragen. Diesmal ist ein Einblick in Schwarz-Weiß mit Capture One 10.

Capture One 10

Capture One steht in der Qualität der Werkzeuge für Schwarz-Weiß, Lightroom in nichts nach.

Bevor man mit der Schwarz-Weiß-Umwandlung beginnt, blendet man sich erst einmal die passenden Werkezeuge ein. Phase One hat es hier dem Nutzer einfach gemacht und schon eine angepasste Arbeitsumgebung für Schwarz-Weiß Bearbeitung geschaffen.
Wie auch bei den Mitbewerbern, so hat auch Capture One einige mitgelieferte Stile. Fährt man mit der Maus über den Eintrag, wird der entsprechende Stil direkt im Original Bild als Voransicht gezeigt. Das geht schnell und gibt einem einen perfekten Einblick.
Ein vorgefertigter Stil kann ein wunderbarer Anfang für eigene Experimente sein.
Voreinstellungen finden für die reine Schwarz-Weiß Umsetzung, findet man beim Schwarz-Weiß Werkzeug. Im Gegensatz zu den Stilen wird hier nur die Farbempfindlichkeit eingestellt, nicht andere Einstellungen wie beispielsweise das Filmkorn.
Neben der Farbempfindlichkeit, lebt ein Schwarz-Weiß-Bild natürlich von den Kontrasten (Belichtung) und den Tonwerten. Der sehr fein einstellbare Klarheitsregler in Capture One ist auch bei Schwarz-Weiß sehr willkommen.
Als Abschließender Effekt darf neben der Vignettierung natürlich das Filmkorn nicht fehlen. Capture On begnügt sich nicht einfach mit einer einzigen Simulation von Filmkorn, sondern gleich mit sechs. Wie auch bei den Mitbewerbern, sollte man das Filmkorn in der 100 Prozent-Ansicht einstellen und wirklich beurteilen lässt es sich dann am einfachsten im Druck.
Meine Papierempfehlung: Hahnemühle Photo Rag Bright White

Das Hahnemühle Photo Rag Bright White gehört mit seinen 310 Gramm zu den schwereren Papieren. Das Baumwollpapier liegt daher wunderbar in der Hand und hat eine gute Planlage.

Die sehr schöne leichte Struktur ist perfekt für eine Vielzahl von Motiven, von Landschaft bis Portrait.

Durch seinen hohen Weisgrad ist es perfekt für Schwarz-Weiß. Kontraste lassen sich sehr gut wiedergeben und die tolle Oberfläche unterstützt das Spiel mit Kontrasten.

Das Photo Rag Bright White ist in A4 ab 2 Euro pro Blatt zu bekommen.
Weitere Informationen unter: www.hahnemuehle.com/de/

Fotoforum-Reihe: Fotos perfekt drucken Teil 14 – Klassische Künstlerpapiere

Das Malen mit dem Pinsel hat ein zentrales Element gemeinsam mit dem Drucken auf Tintenstrahldruckern: Es wird mit flüssigen Farbstoffen gearbeitet. Darum liegt es nicht fern, die Künstlerpapiere für Maler und Zeichner mit einer Beschichtung für den Tintenstrahldruck zu versehen. Der Markt bietet verschiedene solcher speziellen Papiere.
Die Künstlerpapiere haben oft eine texturierte Oberfläche und hören auf so interessante Namen wie Aquarelle oder Etching. Neben dem klassischen Material Baumwolle ist auch die preisgünstigere Zellulose bei Künstlerpapieren im Einsatz.

Dies ist ein Ausschnitt aus Teil 14 der mehrteilige Reihe zum Einstieg in den FineArt Druck zu Hause.

Weiter geht es im Heft 01/2017 der Zeitschrift Fotoforum.

mehr unter fotoforum bloggt

Folgende Produkte werden besprochen

Boesner Foto Art-Büttenpapier
Bonjet Matt Etching
Canson Infinity Aquarelle Rag
Epson Watercolor Paper Radiant White
Sihl Textured Matt Cotton Paper 4853

Hinweise zum Boesner Foto Art-Büttenpapier

Beim Druck ist auf ein paar Dinge zu achten, die Boesner auch auf seiner Homepage angibt. So ist neben den für ein mattes Fine Art-Papier üblichen Einstellungen „Dickes bzw. starkes Papier“, natürlich auch die matte Schwarztinte, auszuwählen. Etwas unüblich soll man das Papier nicht mit einer hohen Auflösung bedrucken, sondern maximal mit 150 dpi. Ein Druckerprofil gibt es von Garza Papel nicht somit ist auch hier experimentieren angesagt.

Als erstes haben wir das 180g Papier mit einem Canon Pro-1000 und den Einstellungen „Schweres Fine Art-Papier“ sowie der niedrigsten Druckqualität „Standard“, ausprobiert. Sowohl mit dem hinteren manuellen als auch mit dem automatischen Einzug wird das Papier problemlos eingezogen. Am Epson-Drucker wäre eine passende Einstellungen „Archival Matte“ und Druckqualität „fein“. Hierbei könnte es erforderlich sein die Papierstärke auf „3“ einzustellen.

Durch den Büttenrand läuft das Papier nicht perfekt durch den Drucker, eine leichte Schräglage ist daher sehr wahrscheinlich. Es lies sich daher weder bei einem Epson Pro 3800 noch dem Canon Pro-1000 vermeiden.

Obwohl ohne angepasstes Profil gedruckt, passte die Einstellung sehr gut. Der allgemeine Bildeindruck gefällt sowohl bei Schwarzweiß als auch bei Farbmotiven. Bei Motiven mit kräftigen Kontrasten sind in dunklen Schattenbereichen Schwächen in der Durchzeichnung zu erkennen. Bei Schwarzweiß kaschiert das ein wenig die starke Struktur.

Das 180g Papier ist schon vor dem Druck leicht gewellt, was aber beim Druck mit unseren Einstellungen kein Problem macht. Das schwerere 260g Papier kennt dieses Problem nicht.

Weitere Papiere im Detail

Eine tolle Bandbreite an texturierten Papieren hat Hahnemühle im Programm. Als Fotograf beschränkt man sich meist auf weniger extrem texturierten Papiere.

Das für ein Fine Art Papiere mit 210 g leichte Albrecht Dürer ist eine Mischung aus 50% Baumwolle und 50% Alphazellulose. Die Struktur ist ähnlich stark ausgeprägt wie das Canson Aquarelle Rag. In Bildbereichen mit großen homogenen Farbflächen wie Himmel, könnte das vom Motiv ablenken.
Sehr viel unauffälliger in seiner Struktur ist das 310g schwere German Etching. Das 100% aus Alphazellulose bestehende Papier ist sehr universell einsetzbar. Es ist etwas steifer als sein Bruder Museum Etching.
Obwohl das Museum Etching mit 350g schwerer als das German Etching, ist es nicht so steif. Dank der Baumwolle fühlt es sich toll an und mit seiner Kombination aus unauffälliger Struktur und zartem Weißton ein sehr universelles Papier, welches man sehr gerne einsetzt.
Obwohl aus Baumwolle fühlt sich das William Turner eher wie ein Karton an. In zwei Versionen mit 190g und 310g ist das Fine Art Papier zu haben. Etwas heller vom Weißton besitzt es eine Struktur die immer präsent ist, aber nicht so auffällig wie ein Albrecht Dürer.

Natürlich wird man nicht nur bei Hahnemühle fündig.

Von Innova gibt es eine neue Serie mit dem Namen Editions. Hier finden sich zwei neue Papiere das Fabriano Printmaking Rag und das Fabriano Artistico Watercolour Rag. Beide sind mit 310g sehr schön schwer und entsprechend dick, sowie aus 100% Baumwolle.

Ganz anders das Fabriano Printmaking Rag. Die relativ sanfte Struktur macht es zu einem sehr universellen Fine Art Papier und damit zu einer Alternative zum Hahnemühe Museum Etching oder Canson Printmaking Rag.
Das Fabriano Artistico Watercolour Rag zeigt schon im Namen, das es über eine Aquarellpapierstruktur, wie das Canson Aquarelle Rag verfügt. Daher sind sich die Beiden auch ähnlich.
Das Tecco TFR300 ist dem Sihl ähnlich, wobei etwas weißer ist. Den Beinamen Galleryboard trägt das sehr steife Papier zu recht. Mann sollte beim Tecco nur mit der Oberfläche aufpassen, die sehr raue Oberfläche hält die Pigmente nicht sehr gut fest. Ein Protective Spray ist hier angeraten, ebenso wie bei vielen ähnlichen Papieren.

Fotoforum-Reihe: Fotos perfekt drucken Teil 1 – Aus der Kamera an die Wand

Ist Drucken nicht von gestern? Es gibt doch Bildschirme und digitale Bilderrahmen für die Präsentation der eigenen Werke.

Nein, ganz im Gegenteil. Die Überflutung mit digitalen Bildern schreit geradezu nach einer Entschleunigung, nach einer Reduktion durch Selektion. Nicht der Zuschauer muss sich für ein Bild – das Superbild – entscheiden, der Fotograf übernimmt diese Aufgabe. Das bedeutet weniger Stress und mehr Freude beim Zuschauer, aber auch mehr Arbeit beim Fotografen.

Warum soll ich eigentlich selber drucken?

In der „guten alten Zeit“ war das belichtete Bild der krönende Abschluss des Fotografierens. Ob es dabei das „perfekte“ Einzelbild war oder eine besondere Serie, es bedeutete immer sehr viel Arbeit. Der Lohn dieser Arbeit im dunklen Labor war dann das Bild in der Hand und später an der Wand. Hatte man alles richtiggemacht, sprich die Verarbeitungsreihenfolge inklusive der Wässerung, hatte man auch lange Freude an den eigenen Bildern.

Dies ist ein Ausschnitt aus Teil 1 der mehrteilige Reihe zum Einstieg in den FineArt Druck zu Hause.

Weiter geht es im Heft 01/2014 der Zeitschrift Fotoforum.