Shokz Openfit Pro im Test: Open-Ear-Kopfhörer mit ANC — funktioniert das wirklich?

Die Shokz Openfit Pro wagen etwas, das viele für unmöglich hielten: aktive Geräuschunterdrückung in einem Open-Ear-Kopfhörer. Ob das mehr als ein Marketing-Versprechen ist, habe ich im Alltag herausgefunden.

Open-Ear-Kopfhörer haben einen entscheidenden Vorteil: Wer sie trägt, bleibt mit der Umgebung in Kontakt, hört den Straßenverkehr, das Gespräch nebenan oder den Kollegen, der um die Ecke kommt. Genau das ist ihr Konzept – und genau hier setzen die Shokz Openfit Pro mit einer ungewöhnlichen Idee an: aktive Geräuschunterdrückung, kurz ANC, in einem Kopfhörer ohne Ohrabschluss. Ich kann schon mal verraten, es funktioniert, ob es das Beste aus beiden Welten verraten wir später.

Technik: Was steckt drin?

Die Openfit Pro sind das neue Flaggschiff von Shokz. Ihr Herzstück ist ein 11 × 20 Millimeter großer Treiber mit synchronisierten Dual-Membranen, den Shokz „Synchronized Dual-Diaphragm“ nennt. Beide Membranen bewegen sich dabei im Gleichschritt, was Verzerrungen reduzieren und den Klang präziser machen soll.

Für die Geräuschunterdrückung ist ein Drei-Mikrofon-System mit KI-gestützter Signalverarbeitung zuständig. Laut Hersteller soll es Umgebungsgeräusche bei Telefonaten um bis zu 99,4 Prozent reduzieren. Für Musik gibt es eine separate adaptive Open-Ear-Geräuschreduzierung. Diese analysiert Umgebungsgeräusche in Echtzeit und passt den Klang entsprechend an.

Wer räumlichen Klang bevorzugt, wird sich über die Unterstützung von Dolby Atmos inklusive Head-Tracking freuen. Letzteres verschiebt die Klangbühne bei Kopfbewegungen mit und ist über die Shokz-App steuerbar.

Die Verbindung läuft über Bluetooth 6.1. Multipoint-Pairing erlaubt die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten. Der Schutz nach IP55 macht die Ohrhörer fit für Schweiß und leichten Regen. Jeder Ohrhörer wiegt 12,3 Gramm.

Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit beträgt bis zu 12 Stunden Wiedergabe ohne ANC bzw. 6 Stunden mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Mit dem Ladecase erhöht sich die Gesamtlaufzeit auf 50 bzw. 24 Stunden. Eine 10-minütige Schnellladung liefert bis zu 4 Stunden Spielzeit. Das sind Werte, die ich aus der Praxis nachvollziehen kann.

Mit einem UVP von 249 Euro spielen die Openfit Pro in der Königsklasse der Open-Ear-Kopfhörer.

Verarbeitung und Tragekomfort

Schon beim Auspacken wird klar, in welcher Preisklasse die Openfit Pro spielen. Das flache Ladecase liegt angenehm in der Hand, hat eine matte Oberfläche, die sich hochwertig anfühlt – allerdings zieht sie Handschweiß magisch an. Innen nimmt eine durchdachte Einlage die Ohrhörer verwechslungssicher auf. Links und rechts sind eindeutig zugeordnet.

Die Ohrhörer selbst machen einen gediegenen Eindruck: Das Gehäuse aus Kunststoff und Aluminiumlegierung wirkt hochwertig und das Silikon liegt angenehm auf der Haut. Shokz verwendet bei den Ohrbügeln eine Nickel-Titan-Legierung, die flexibel und dennoch formstabil ist – der Sitz ist sicher, auch bei Bewegung.

Auffällig und zugleich erfrischend altmodisch ist, dass Shokz statt Touch-Flächen je einen physischen Taster pro Ohrhörer verwendet. Das mag nach einem Rückschritt klingen, erweist sich in der Praxis aber als echter Vorteil. Die Tasten reagieren zuverlässig, lassen sich ertasten und funktionieren auch mit feuchten Fingern oder dünnen Handschuhen – es kommt zu keinem versehentlichen Auslösen oder zu keiner Fehlbedienung. Man fragt sich, warum nicht mehr Hersteller so vorgehen. Ebenfalls klasse ist die automatische Pausenfunktion, die zuverlässig erkennt, wenn die Ohrhörer abgenommen werden, und die Wiedergabe fortsetzt, sobald sie wieder eingesetzt werden.

Klang: Mehr Fülle, als man Open-Ear zutraut

Bevor ich zum ANC-Selbstversuch komme, zum eigentlichen Herzstück eines jeden Kopfhörertests: dem Klang. Und der überrascht positiv. Die Openfit Pro liefern ein Bassfundament, das für einen Open-Ear-Kopfhörer erstaunlich präzise und überzeugend ausfällt. Mit Pop-Produktionen wie dem neuen Madonna-Album macht das richtig Spaß, hier kommt echte Klangfülle auf, fast schon Partysound-Charakter — eine Fülle, die man bislang eher In-Ear-Kopfhörern zugetraut hätte, kaum aber Open-Ear-Modellen.

Auch bei leiseren, filigranen Tönen wie akustischem Jazz zeigt der Openfit Pro, was sie können. Hier macht sich allerdings konstruktionsbedingt bemerkbar, dass Umgebungsgeräusche stärker in den Klangeindruck hineinspielen können — ein Kompromiss, den die offene Bauform grundsätzlich mit sich bringt. Insgesamt bleibt die Darbietung aber rund und harmonisch und zeigt, dass Open-Ear-Kopfhörer auch klanglich überzeugen können, statt nur beim Tragekomfort zu punkten.

Praxis: Das Experiment auf der Zugfahrt

Was sich auf dem Papier widersprüchlich liest, habe ich unter realen Bedingungen getestet. ANC in einem offenen Kopfhörer. Der Test fand auf einer Zugfahrt statt – vollbesetzte Bahn, Schülergruppen, danach Großstadttrubel am Ziel, also genau das Szenario, in dem man normalerweise aufgibt und die Lautstärke erhöht.

Das Ergebnis hat mich überrascht. Absolute Stille ist bei dieser Bauform naturgemäß nicht möglich – das wäre physikalisch auch nicht seriös zu versprechen. Aber das Stimmengewirr und der Umgebungslärm traten merklich in den Hintergrund. Aus einer lauten Großstadt wurde eine ruhige Kleinstadt und aus 50 Fahrgästen wurden gefühlt fünf. Das ist keine Magie, aber deutlich mehr, als ich erwartet hatten.

Wer die ANC-Funktion aktiviert, merkt allerdings, dass sich dadurch der Klang verändert — das lässt sich bei ANC nicht ganz vermeiden. Je nach Musikgenre ist das gut verkraftbar. Auf dieser Fahrt gab es Pop und Rock, da ging das in Ordnung. Shokz gibt immerhin fünf EQ-Voreinstellungen sowie zwei individuell konfigurierbare Profile mit, über die sich einiges kompensieren lässt.

Empfehlung

Was Shokz mit den Openfit Pro geschaffen hat, ist ein uneingeschränkt empfehlenswerter Kopfhörer, der die Spitze dessen darstellt, was aktuell im Open-Ear-Segment möglich ist. Klanglich absolut überzeugend, mit gutem Tragekomfort und einer ordentlichen, zuverlässigen Bedienung über physische Tasten gibt es nichts zu meckern. Auch die Haptik überzeugt durch und durch, und die flache Ladeschale lässt sich in jeder Tasche und auf jeder Reise mühelos unterbringen. Für alle, die Open-Ear-Komfort mit Umgebungswahrnehmung wollen, ohne beim Klang oder bei einer situativen Geräuschunterdrückung Abstriche zu machen, führt an den OpenFit Pro kaum ein Weg vorbei.

Fazit

Die Shokz Openfit Pro zeigen eindrucksvoll, dass sich ANC und offene Bauform nicht ausschließen müssen. Klanglich, haptisch und in der Bedienung liefern sie ein rundum stimmiges Paket, das den bisherigen Bestwert für Open-Ear-Kopfhörer neu definiert. Wer bislang wegen des Klangs zu In-Ear-Modellen gegriffen hat, bekommt hier eine ernsthafte Alternative.

Pro und Kontra

Pro:

  • Überzeugender, satter Klang mit präzisem Bass — für Open-Ear-Verhältnisse außergewöhnlich
  • Aktive Geräuschunterdrückung funktioniert trotz offener Bauform spürbar gut
  • Sehr guter Tragekomfort auch über längere Zeit
  • Zuverlässige Bedienung über physische Tasten statt Touch-Flächen
  • Hochwertige Verarbeitung von Ohrhörern und Ladecase
  • Flaches, handliches Ladecase mit durchdachter Innenaufteilung
  • Zuverlässige automatische Trageerkennung mit Wiedergabe-Pause

Kontra:

  • Matte Oberfläche des Ladecase zeigt schnell Fingerabdrücke
  • ANC beeinflusst hörbar den Klang, besonders bei leiser, akustischer Musik
  • Umgebungsgeräusche können bei ruhigen Passagen den Klangeindruck verfälschen
  • Vergleichsweise hoher Preis von 249 Euro

Test: Ladestationen für iPhone & Co

Eine fest installierte Ladestation für iPhone, Apple Watch und Airpods ist eine feine Sache. Wir haben uns die neusten Modelle ins Testlabor geholt.

Folgende Ladestationen wurden unter macwelt.de getestet:

CAVN 3 in 1 Kabelloses Ladegerät
ESR HaloLock 3-in-1 Wireless Charger
Satechi 3-in-1 magnetischer kabelloser Ladeständer
Twelve South HiRise 3

Test: Apple Airpods Max

Unser Experte hat sich nun auch endlich die Airpods Max gründlich anhören können – sind die besser als andere Kopfhörer der Preisklasse?

Da halte ich sie endlich in meinen Händen, die sagenumwobenen super Kopfhörer von Apple, die Airpods Max. Ganz nüchtern betrachtet sind es große 385 g schwere Over-Ear-Kopfhörer in tadelloser Verarbeitung und wunderschöner Materialauswahl. Der Stoff an den Ohrhörern liegt angenehm auf der Haut und die Stoffbespannung am Ohrbügel sorgt für eine gute Entlastung des Gewichts. Mit technischen Details hält sich Apple vornehm zurück, die Abmessungen lassen jedenfalls einen ausreichend großen dynamischen Treiber vermuten. In der Vergangenheit hat sich jedoch gezeigt, dass die Größe der Treiber kein Hinweis auf einen besonders vollen Klang darstellt.

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Test: Die besten Bluetooth-Overear-Kopfhörer 2021

Müssen es die Airpods Max sein, um maximalen Sound zu haben? Wir testen drei aktuelle Herausforderer im Jahr 2021, jeder in seiner Art mit einem besonderen Extra, allen gemein das Versprechen nach Highres Sound.

Worauf achten wir? Neben den technischen Grundlagen für einen guten Sound, also für iOS den Bluetooth Codec AAC, sollen die Herausforderer  Highres-Audio unterstützten . Highres-Audio gibt es auch bei Bluetooth und nennt sich dann LDAC. Der von Sony entwickelte Codec ist natürlich wegen der geringen Bluetooth-Bandbreite nicht verlustfrei. Da er von Apple nicht unterstützt wird, können wir auch keinen Vergleich zu AAC anstellen.

Folgende Kopfhörer werden auf macwelt.de ausführlich getestet:

Shure AONIC 50: Das sauber klingende Schwergewicht
Soundcore Life 35: Der Preiswerte
Technics EAH-F70N: Großer Tragekomfort

Test: Zubehör für Videokonferenz und Live-Stream – Teil 1 Ton

Kaum jemand kommt heute noch ohne eine Videokonferenz aus, Fernunterricht, Homeoffice oder Telemedizin. Damit die Kommunikation gut funktioniert, braucht es das richtige Zubehör.

Morgens aufstehen und in die Kamera lächeln, ein Ritual, an das wir uns gewöhnt haben. Lehrer starten Livestreams auf Youtube und Schüler tauschen sich auf Twitch über Motorradtouren und Spielsessions aus. Das Leben spielt sich heute mehr denn je in Netz ab. Das Homeoffice wird technisch aufgerüstet und hoffentlich hält das die Internetleitung aus. Letzteres entscheidet dann unter anderem darüber, ob man noch dabei ist oder ausgeschlossen.

Dabei gerne vergessen: Kamera, Ton und Licht. Ein Videostream kann nur so gut sein wie die Qualität, die der Codec für die Komprimierung und Übertragung zur Verfügung hat. Ist es also zu dunkel oder der Ton zu schlecht, hat die Streaming-Software Schwerstarbeit zu leisten und meist kommen nur Blockmuster beim Gegenüber an.

Vier Teile auf macwelt.de

  1. Der gute Ton: Was bei Mikrofon und Kopfhörer zu beachten ist
  2. Ins rechte Licht gerückt: LED-Flächenleuchten (ab 10.3.) 
  3. Ringleuchten: Der neue Trend (ab 11.3.) 
  4. Stativ und Hintergrund machen Bild gesund (ab 12.3.)

Im ersten Teil Der gute Ton: Was bei Mikrofon und Kopfhörer zu beachten ist werden folgende Produkte besprochen.

Kommentar: Was wir von den Airpods Max erwarten

Spricht Apple mit den Airpods Max die richtige Zielgruppe an, die ohne zu Zögern 600 Euro für einen Kopfhörer ausgibt?

Wie von einem anderen Stern schweben die Kopfhörer auf uns zu. Ein Musikgenuss, der uns entschweben lässt, losgelöst von allem Irdischen. Für seine ersten eigenen OverEar-Kopfhörer Airpods Max trägt Apple in der Werbung dick auf, der Trailer suggeriert uns, noch nie dagewesene Klangwelten zu erleben. Wird der Kopfhörer derartige Erwartungen erfüllen können?

Natürlich sehen die Airpods Max super aus und sind wie viele Apple-Produkte toll designed. Edelstahl beim Materialeinsatz und Stoff für die Akzente lassen nicht nur ein robustes, sondern auch ein komfortables Produkt erwarten. Nicht immer muss es feinstes Leder von besonderen Schafen aus Südamerika sein, ein toller Stoff kann genauso angenehm auf der Haut sein.

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Test: Bowers & Wilkins PX7 – Evolution statt Revolution

Ist der neu? Das war mein spontaner Eindruck des PX7, schaut er doch seinem Vorgänger PX recht ähnlich. Doch beim genauen Vergleich werden die Unterschiede deutlich.

In der Formensprache bleiben die Engländer klassisch, technisch sind sie aber up-to-date. Stromversorgung erfolgt über USB-C, Bluetooth 5.0 sorgt für die Verbindung und AAC sowie aptX-HD für den Klang. Echtes Leder wird bei den Ohrpolstern verarbeitet, was sich zusammen mit einer sehr guten Ausformung in einem sehr angenehmen Tragkomfort niederschlägt. Eine dreistufige aktive Geräuschunterdrückung möchte für alle Gegebenheiten passen und wenn man den Kopfhörer abnimmt, stoppt automatisch die Musikwiedergabe. Bei den eingesetzten Materialien verzichtet B&W diesmal auf das edel wirkende Metall der Vorgänger. Die Bügel sehen jetzt ganz schlicht nach Kunststoff aus, sind aber aus Kohlefaser. Das schlägt sich auch in einem sehr geringen Gewicht von 310g nieder. 

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Test: Marshall Mid A.N.C. – Party in Klein

Gott ist der süß – das könnten die ersten Worte sein, wenn man den Mid A.N.C. das erste Mal in den Händen hält. Trotz der geringen Größe hat Marshall nicht nur einen 40-mm-Treiber unter bekommen, sondern auch einen ordentlichen Akku mit rund 30 Stunden Laufzeit. Bei eingeschalteter aktiver Geräuschunterdrückung sind es rund 20 Stunden. Die restliche Ausstattung ist mit Bluetooth aptX und einem Kabel-Anschluss Standard. Sehr nobel ist die Transportbox aus Leder ausgefallen.

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