Ein Smartlock aus der Zukunft – Switchbot Smart Lock Ultra mit Keypad Vision Pro im Test

Ein Türschloss, das sich per Blick oder Handbewegung öffnet, klingt nach Science-Fiction – SwitchBot macht daraus mit dem Smart Lock Ultra und dem neuen Keypad Vision Pro Alltag. Ob die Technik im Alltag wirklich so mühelos funktioniert, wie es sich anhört, habe ich mehrere Wochen lang getestet.

Smarte Türschlösser gehören inzwischen zu den beliebtesten Nachrüstlösungen im Smart Home, weil sie sich ohne Eingriff in die Türsubstanz montieren lassen und trotzdem spürbaren Komfort bringen: kein Kramen nach dem Schlüssel, flexible Zugänge für Familie oder Gäste, und ein Blick in die App genügt, um zu wissen, ob abgeschlossen ist. Mit dem Smart Lock Ultra und dem neuen Keypad Vision Pro geht SwitchBot einen Schritt weiter. Während das Schloss selbst eine Weiterentwicklung des bekannten Lock Pro ist, sorgt vor allem das Keypad Vision Pro für Aufsehen: Es erkennt neben dem Gesicht erstmals auch die Handfläche per Venenstruktur und soll damit eine der bequemsten und zugleich sichersten Entriegelungsmethoden am Markt bieten.

Technik und Ausstattung
Das Smart Lock Ultra wird von innen auf den vorhandenen Schließzylinder gesetzt und dreht per Motor entweder den eingesteckten Schlüssel oder einen mitgelieferten Adapter für den Knaufzylinder. Im Vergleich zum Vorgänger Lock Pro fällt das neue Gehäuse aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung auf, das rund 50 Prozent schlanker ausfällt und dank eines magnetischen Schnellverschlusses sowie eines umlaufenden Rings ganz ohne Spalt zum Türblatt montiert wird. Bei Abmessungen von etwa 122 mal 62,6 mal 66,8 Millimetern bringt das Schloss rund 370 Gramm auf die Waage. Für ungewöhnliche Zylinderformen bietet SwitchBot optional ein Adapter-Kit an, mit dem sich laut Hersteller etwa 99 Prozent aller europäischen Schließzylinder abdecken lassen. Ein LED-Ring zeigt den Status des Schlosses an, der Antrieb selbst arbeitet angenehm leise.

Der eigentliche Star ist jedoch das Keypad Vision Pro. Es baut auf dem bekannten Keypad Vision auf, das bereits Gesichtserkennung, Fingerabdruck, NFC und PIN-Code beherrschte, und ergänzt das Ganze um eine Handvenenerkennung: Statt der Oberfläche der Hand erfasst eine Infrarotkamera mit 940-Nanometer-Licht die darunterliegende Venenstruktur, die als deutlich schwerer zu fälschen gilt als ein reiner Handflächenabdruck. Für die Gesichtserkennung setzt SwitchBot auf 3D-Strukturlicht mit über 30.000 Infrarotpunkten, was auch bei völliger Dunkelheit funktionieren soll. Gegenüber dem regulären Keypad Vision entsperrt die Pro-Variante spürbar schneller, laut Hersteller in rund 0,3 statt 0,6 Sekunden. Alle biometrischen Daten – Gesicht, Handvene und Fingerabdruck – bleiben dabei ausschließlich lokal auf dem Keypad gespeichert, eine Cloud-Anbindung gibt es nicht. Das Gehäuse ist nach Schutzklasse IP65 wetterfest und damit für die Montage im Außenbereich geeignet.

Insgesamt stehen dem Nutzerkreis damit bis zu 18 verschiedene Entriegelungsmöglichkeiten zur Verfügung, von Gesicht, Handvene, Fingerabdruck und PIN-Code über NFC-Karte und App bis zu Sprachassistenten und Apple Watch. Ergänzt wird das System um praktische Extras: eine Notentriegelung für den Fall der Fälle, ein Zugriffsprotokoll, das jede Ver- und Entriegelung dokumentiert, Kompatibilität mit einer SwitchBot-Videotürklingel, Fernzugriff über die App, einstellbare Drehgeschwindigkeit sowie ein NFC-Modus und ein Nachtmodus für zeitlich eingeschränkte Zugänge. Neben dem Hauptakku im Schloss gibt es zudem einen separaten Notfallakku, der den Betrieb auch bei niedrigem Ladestand des Hauptakkus sicherstellt und dank dem das Smart Lock Ultra laut Hersteller sogar bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius zuverlässig arbeiten soll. Die Akkulaufzeit des Hauptakkus gibt SwitchBot mit rund neun Monaten an. Das Keypad Vision Pro selbst lässt sich über einen USB-C-Anschluss aufladen, was den Betrieb im Alltag unkompliziert macht – im Zweifel reicht dafür auch eine handelsübliche Powerbank. Für die Einbindung in Matter wird ein Hub benötigt – im getesteten Set liegt dafür ein Hub Mini bei, der auch einzeln vergleichsweise günstig zu haben ist und die Anbindung an Apple Home, Alexa und Google Home ermöglicht.

Meine Erfahrung
Die Montage geht erstaunlich einfach von der Hand: Schloss auf den vorhandenen Zylinder aufsetzen, mit dem passenden Adapter fixieren, fertig – ohne Bohren oder sonstige Eingriffe in die Tür. Auch das Keypad Vision Pro habe ich schnell an der Wand befestigt, es sitzt anschließend bemerkenswert fest auf seiner Halterung. Wer es unbefugt entfernen möchte, kommt ohne Werkzeug nicht weit, und ein Manipulationskontakt löst zusätzlich Alarm aus, sollte es doch jemand versuchen. Das erschwert Diebstahl spürbar.

Im Alltag ist das Keypad tatsächlich das Highlight des gesamten Systems. Ob per Gesicht, Handfläche, Fingerabdruck oder Code – die Tür öffnet sich zuverlässig und angenehm schnell. Wer die Gesichtserkennung nutzen möchte, sollte allerdings auf die richtige Montagehöhe achten: SwitchBot empfiehlt eine Anbringung zwischen 1,20 und 2,00 Metern, damit die Erkennung im optimalen Abstand von 60 bis 90 Zentimetern zuverlässig greift. Sehr praktisch im Alltag: Das Keypad Vision Pro spricht mich aktiv an und gibt Anweisungen, etwa wenn der Abstand zur Gesichtserkennung nicht stimmt oder wenn die Tür erfolgreich entriegelt wurde. Das nimmt Unsicherheit aus der Bedienung und macht das System auch für weniger technikaffine Haushaltsmitglieder zugänglich.

Nicht ganz rund läuft dagegen die automatische Türöffnung beim Herannahen, die SwitchBot noch als Beta-Funktion kennzeichnet. In meinem Test hat sie bislang nicht zuverlässig funktioniert – hier sollte SwitchBot in den kommenden Firmware-Updates nachbessern.

Empfehlung
Das SwitchBot Smart Lock Ultra mit Keypad Vision Pro hat mich über die gesamte Testzeit hinweg überzeugt. Der Antrieb arbeitet angenehm leise, sodass das Auf- und Zusperren im Alltag kaum auffällt. Das eigentliche Highlight bleibt aber das Keypad Vision Pro: Es hat nicht nur mich, sondern auch meinen Sohn begeistert, der die Gesichtserkennung am liebsten mehrmals täglich ausprobiert hat. Genau diese Vielzahl an Entsperrmethoden – Gesicht, Handvene, Fingerabdruck, Code, NFC, App und mehr – macht das System so alltagstauglich, weil sich jedes Familienmitglied die für sich passende Methode aussuchen kann.

Auch preislich macht SwitchBot vieles richtig: Für rund 250 Euro gibt es das Set bereits inklusive Hub für die Matter-Anbindung und dem Keypad Vision Pro, was angesichts des Funktionsumfangs ein faires Angebot ist. Kleine Design-Details wie die mitgelieferten Holzdekore sorgen zudem dafür, dass sich das Schloss optisch an die eigene Tür anpassen lässt, statt wie ein reines Technikbauteil zu wirken. In Kauf nehmen muss man dafür die vergleichsweise große Bauform des Schlosses, die auf manchen Türen deutlicher auffällt als kompaktere Alternativen.

Fazit
SwitchBot macht mit dem Smart Lock Ultra vieles richtig: ein leiser Antrieb, eine durchdachte Abdeckung für einen möglichen Spalt an der Tür und vor allem das gelungene Keypad Vision Pro. Mit Gesicht, Handvene, Fingerabdruck oder Code bietet es gleich vier bequeme Wege, die eigene Tür zu öffnen. Einzig die automatische Türöffnung braucht noch Reifezeit, bevor sie im Alltag verlässlich funktioniert.

Pro:

  • Einfache Montage ohne Bohren, dank Adapter-Kit breite Zylinder-Kompatibilität
  • Keypad Vision Pro mit vier komfortablen Entsperrmethoden: Gesicht, Handvene, Fingerabdruck, Code
  • Keypad lässt sich ohne Werkzeug nicht demontieren, zusätzlicher Manipulationsalarm
  • Sprachausgabe des Keypads erleichtert die Bedienung im Alltag
  • Biometrische Daten bleiben lokal gespeichert, keine Cloud-Anbindung
  • Leiser Antrieb
  • Akkulaufzeit von rund neun Monaten, USB-C-Ladeanschluss am Keypad
  • Notfallakku ermöglicht Betrieb auch bei bis zu minus 40 Grad Celsius
  • Faires Setpreis von rund 250 Euro inklusive Matter-Hub und Keypad Vision Pro
  • Holzdekore für individuelle Optik

Kontra:

  • Automatische Türöffnung noch im Beta-Status und im Test nicht zuverlässig
  • Große Bauform des Schlosses
  • Für Matter-Einbindung zusätzlicher Hub nötig (im Set aber bereits enthalten)

Shokz Openfit Pro im Test: Open-Ear-Kopfhörer mit ANC — funktioniert das wirklich?

Die Shokz Openfit Pro wagen etwas, das viele für unmöglich hielten: aktive Geräuschunterdrückung in einem Open-Ear-Kopfhörer. Ob das mehr als ein Marketing-Versprechen ist, habe ich im Alltag herausgefunden.

Open-Ear-Kopfhörer haben einen entscheidenden Vorteil: Wer sie trägt, bleibt mit der Umgebung in Kontakt, hört den Straßenverkehr, das Gespräch nebenan oder den Kollegen, der um die Ecke kommt. Genau das ist ihr Konzept – und genau hier setzen die Shokz Openfit Pro mit einer ungewöhnlichen Idee an: aktive Geräuschunterdrückung, kurz ANC, in einem Kopfhörer ohne Ohrabschluss. Ich kann schon mal verraten, es funktioniert, ob es das Beste aus beiden Welten verraten wir später.

Technik: Was steckt drin?

Die Openfit Pro sind das neue Flaggschiff von Shokz. Ihr Herzstück ist ein 11 × 20 Millimeter großer Treiber mit synchronisierten Dual-Membranen, den Shokz „Synchronized Dual-Diaphragm“ nennt. Beide Membranen bewegen sich dabei im Gleichschritt, was Verzerrungen reduzieren und den Klang präziser machen soll.

Für die Geräuschunterdrückung ist ein Drei-Mikrofon-System mit KI-gestützter Signalverarbeitung zuständig. Laut Hersteller soll es Umgebungsgeräusche bei Telefonaten um bis zu 99,4 Prozent reduzieren. Für Musik gibt es eine separate adaptive Open-Ear-Geräuschreduzierung. Diese analysiert Umgebungsgeräusche in Echtzeit und passt den Klang entsprechend an.

Wer räumlichen Klang bevorzugt, wird sich über die Unterstützung von Dolby Atmos inklusive Head-Tracking freuen. Letzteres verschiebt die Klangbühne bei Kopfbewegungen mit und ist über die Shokz-App steuerbar.

Die Verbindung läuft über Bluetooth 6.1. Multipoint-Pairing erlaubt die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten. Der Schutz nach IP55 macht die Ohrhörer fit für Schweiß und leichten Regen. Jeder Ohrhörer wiegt 12,3 Gramm.

Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit beträgt bis zu 12 Stunden Wiedergabe ohne ANC bzw. 6 Stunden mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Mit dem Ladecase erhöht sich die Gesamtlaufzeit auf 50 bzw. 24 Stunden. Eine 10-minütige Schnellladung liefert bis zu 4 Stunden Spielzeit. Das sind Werte, die ich aus der Praxis nachvollziehen kann.

Mit einem UVP von 249 Euro spielen die Openfit Pro in der Königsklasse der Open-Ear-Kopfhörer.

Verarbeitung und Tragekomfort

Schon beim Auspacken wird klar, in welcher Preisklasse die Openfit Pro spielen. Das flache Ladecase liegt angenehm in der Hand, hat eine matte Oberfläche, die sich hochwertig anfühlt – allerdings zieht sie Handschweiß magisch an. Innen nimmt eine durchdachte Einlage die Ohrhörer verwechslungssicher auf. Links und rechts sind eindeutig zugeordnet.

Die Ohrhörer selbst machen einen gediegenen Eindruck: Das Gehäuse aus Kunststoff und Aluminiumlegierung wirkt hochwertig und das Silikon liegt angenehm auf der Haut. Shokz verwendet bei den Ohrbügeln eine Nickel-Titan-Legierung, die flexibel und dennoch formstabil ist – der Sitz ist sicher, auch bei Bewegung.

Auffällig und zugleich erfrischend altmodisch ist, dass Shokz statt Touch-Flächen je einen physischen Taster pro Ohrhörer verwendet. Das mag nach einem Rückschritt klingen, erweist sich in der Praxis aber als echter Vorteil. Die Tasten reagieren zuverlässig, lassen sich ertasten und funktionieren auch mit feuchten Fingern oder dünnen Handschuhen – es kommt zu keinem versehentlichen Auslösen oder zu keiner Fehlbedienung. Man fragt sich, warum nicht mehr Hersteller so vorgehen. Ebenfalls klasse ist die automatische Pausenfunktion, die zuverlässig erkennt, wenn die Ohrhörer abgenommen werden, und die Wiedergabe fortsetzt, sobald sie wieder eingesetzt werden.

Klang: Mehr Fülle, als man Open-Ear zutraut

Bevor ich zum ANC-Selbstversuch komme, zum eigentlichen Herzstück eines jeden Kopfhörertests: dem Klang. Und der überrascht positiv. Die Openfit Pro liefern ein Bassfundament, das für einen Open-Ear-Kopfhörer erstaunlich präzise und überzeugend ausfällt. Mit Pop-Produktionen wie dem neuen Madonna-Album macht das richtig Spaß, hier kommt echte Klangfülle auf, fast schon Partysound-Charakter — eine Fülle, die man bislang eher In-Ear-Kopfhörern zugetraut hätte, kaum aber Open-Ear-Modellen.

Auch bei leiseren, filigranen Tönen wie akustischem Jazz zeigt der Openfit Pro, was sie können. Hier macht sich allerdings konstruktionsbedingt bemerkbar, dass Umgebungsgeräusche stärker in den Klangeindruck hineinspielen können — ein Kompromiss, den die offene Bauform grundsätzlich mit sich bringt. Insgesamt bleibt die Darbietung aber rund und harmonisch und zeigt, dass Open-Ear-Kopfhörer auch klanglich überzeugen können, statt nur beim Tragekomfort zu punkten.

Praxis: Das Experiment auf der Zugfahrt

Was sich auf dem Papier widersprüchlich liest, habe ich unter realen Bedingungen getestet. ANC in einem offenen Kopfhörer. Der Test fand auf einer Zugfahrt statt – vollbesetzte Bahn, Schülergruppen, danach Großstadttrubel am Ziel, also genau das Szenario, in dem man normalerweise aufgibt und die Lautstärke erhöht.

Das Ergebnis hat mich überrascht. Absolute Stille ist bei dieser Bauform naturgemäß nicht möglich – das wäre physikalisch auch nicht seriös zu versprechen. Aber das Stimmengewirr und der Umgebungslärm traten merklich in den Hintergrund. Aus einer lauten Großstadt wurde eine ruhige Kleinstadt und aus 50 Fahrgästen wurden gefühlt fünf. Das ist keine Magie, aber deutlich mehr, als ich erwartet hatten.

Wer die ANC-Funktion aktiviert, merkt allerdings, dass sich dadurch der Klang verändert — das lässt sich bei ANC nicht ganz vermeiden. Je nach Musikgenre ist das gut verkraftbar. Auf dieser Fahrt gab es Pop und Rock, da ging das in Ordnung. Shokz gibt immerhin fünf EQ-Voreinstellungen sowie zwei individuell konfigurierbare Profile mit, über die sich einiges kompensieren lässt.

Empfehlung

Was Shokz mit den Openfit Pro geschaffen hat, ist ein uneingeschränkt empfehlenswerter Kopfhörer, der die Spitze dessen darstellt, was aktuell im Open-Ear-Segment möglich ist. Klanglich absolut überzeugend, mit gutem Tragekomfort und einer ordentlichen, zuverlässigen Bedienung über physische Tasten gibt es nichts zu meckern. Auch die Haptik überzeugt durch und durch, und die flache Ladeschale lässt sich in jeder Tasche und auf jeder Reise mühelos unterbringen. Für alle, die Open-Ear-Komfort mit Umgebungswahrnehmung wollen, ohne beim Klang oder bei einer situativen Geräuschunterdrückung Abstriche zu machen, führt an den OpenFit Pro kaum ein Weg vorbei.

Fazit

Die Shokz Openfit Pro zeigen eindrucksvoll, dass sich ANC und offene Bauform nicht ausschließen müssen. Klanglich, haptisch und in der Bedienung liefern sie ein rundum stimmiges Paket, das den bisherigen Bestwert für Open-Ear-Kopfhörer neu definiert. Wer bislang wegen des Klangs zu In-Ear-Modellen gegriffen hat, bekommt hier eine ernsthafte Alternative.

Pro und Kontra

Pro:

  • Überzeugender, satter Klang mit präzisem Bass — für Open-Ear-Verhältnisse außergewöhnlich
  • Aktive Geräuschunterdrückung funktioniert trotz offener Bauform spürbar gut
  • Sehr guter Tragekomfort auch über längere Zeit
  • Zuverlässige Bedienung über physische Tasten statt Touch-Flächen
  • Hochwertige Verarbeitung von Ohrhörern und Ladecase
  • Flaches, handliches Ladecase mit durchdachter Innenaufteilung
  • Zuverlässige automatische Trageerkennung mit Wiedergabe-Pause

Kontra:

  • Matte Oberfläche des Ladecase zeigt schnell Fingerabdrücke
  • ANC beeinflusst hörbar den Klang, besonders bei leiser, akustischer Musik
  • Umgebungsgeräusche können bei ruhigen Passagen den Klangeindruck verfälschen
  • Vergleichsweise hoher Preis von 249 Euro

Can-Am Origin im Test: Warum mich dieses Elektro-Adventure-Bike jeden Morgen zur Arbeit gelockt hat

Drei Wochen Pendlerstrecke, ein gelber Akkupack und jede Menge Enduro-Optik: Ich konnte die Can-Am Origin im Alltag testen und dabei auch kurz in die sportlichere Schwester Pulse reingeschnuppert. Wie sich das Elektro-Adventure-Bike auf Asphalt und leichtem Gelände schlägt, erzähle ich in diesem Test.

Jeden Morgen ein Motorrad besteigen, das aussieht, als könnte man direkt ans Nordcap aufbrechen, tatsächlich aber vor allem den Weg zur Arbeit meistert – das war mein Alltag mit der Can-Am Origin. Im Adventure-Look mit hohem Windschild, Sturzbügeln und Offroad-Bereifung wirkt die Origin fast schon too much fürs reine Stadtpendeln. Genau das macht aber einen Teil des Spaßes aus. Ich bin das Elektromotorrad einige Wochen lang zur täglichen Arbeit gefahren und haben zusätzlich kurz die Schwester Pulse ausprobiert, die eher auf Asphalt-Cowboys als auf Geländefans zielt.

Technik und Ausstattung

Die Origin ist Can-Ams Enduro-Variante im elektrischen Antriebs-Baukasten der Marke, die Pulse das dazugehörige Naked Bike. Beide teilen sich den Antrieb aus dem hauseigenen Rotax-E-Power-Baukasten von BRP: einen flüssigkeitsgekühlten Elektromotor mit bis zu 35 Kilowatt Spitzenleistung, der auf 20 Kilowatt Dauerleistung gedrosselt werden kann, um in die Führerscheinklasse A2 zu passen. Bei der Origin sorgt das für einen Sprint von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde in 4,3 Sekunden, die Pulse schafft dank geringerem Gewicht und gestreckterer Sitzposition 3,8 Sekunden. Fahrfertig bringt die Origin 187 Kilogramm auf die Waage, die Pulse 177 Kilogramm.

Der Akku fasst 8,9 Kilowattstunden und ist fest in den Rahmen integriert, was dem Gewicht und der Optik zugutekommt. Can-Am gibt für die Origin eine Reichweite von bis zu 145 Kilometern im Stadtverkehr und 115 Kilometern im kombinierten WMTC-Zyklus an, die Pulse kommt dank ihrer sportlicheren, geduckteren Sitzposition auf rund 15 Kilometer mehr. Geladen wird über ein eingebautes 6,6-Kilowatt-Ladegerät, das laut Hersteller in rund 50 Minuten von 20 auf 80 Prozent lädt. Der Endantrieb läuft komplett gekapselt im Ölbad und soll erst alle 16.000 Kilometer einen Service benötigen. Can-Am ruft für die Origin einen Preis um 17.499 Euro auf, die Pulse ist mit rund 16.899 Euro etwas günstiger positioniert, jeweils zuzüglich Nebenkosten.

Bedient wird beides über ein 10,25 Zoll großes Farb-Touchdisplay, das Fahrmodi, Batteriestatus und Reichweite anzeigt. Aus Sicherheitsgründen lässt sich der Touchscreen während der Fahrt nicht bedienen, sondern nur im Stand; unterwegs übernehmen Tasten am linken Lenkerende die Steuerung. Bei der Energierückgewinnung unterscheidet Can-Am zwei Systeme: Eine passive Rekuperation greift automatisch beim Bremsen oder im Schiebebetrieb und lässt sich in den Stufen Off, Min und Max einstellen. Zusätzlich gibt es eine aktive Rekuperation, die sich auslösen lässt, indem man den Gasgriff über die Nullstellung hinaus nach vorne dreht, ebenfalls in zwei einstellbaren Stärken.

Bei der Ausstattung zeigt sich, wie durchdacht Can-Am das Zubehörsystem gelöst hat: Über das sogenannte Linq-System lassen sich Taschen und Zubehör ohne Werkzeug an vorgesehenen Schraubpunkten befestigen, etwa eine kleine Tanktasche oben am Tank. Das höhenverstellbare Windschild lässt sich einfach und ohne Werkzeug in der Position verändern, was gerade mit einem hohen Adventure-Helm angenehm ist. Handguards schützen die Finger zumindest vor Fahrtwind, eine Griffheizung gehört in unserer Testkonfiguration allerdings nicht zur Ausstattung. Zusätzliche LED-Scheinwerfer lassen sich über einen kleinen Schalter zuschalten und sorgen für deutlich mehr Licht bei Dunkelheit oder in den frühen Morgenstunden. Ab Werk montiert Can-Am laut Hersteller Pirelli-Scorpion-Trail-II-Reifen, unser Testmotorrad war jedoch mit gröberer Offroad-Bereifung unterwegs; wer überwiegend auf Asphalt fährt, kann im Konfigurator auf eine straßenorientierte Adventure-Bereifung wechseln.

Für Smartphone-Anbindung ist Apple Carplay an Bord, Android Auto dagegen nicht. Android-Smartphones lassen sich zwar per Bluetooth koppeln, dann aber nur für Musik, Telefonate und die Sprachassistenz, ohne die volle Spiegelung des Displays. Für 2026 hat Can-Am mit der BRP-GO!-App eine plattformübergreifende Navigationslösung für Android und iOS angekündigt, die ohne Bluetooth-Headset auskommen soll. Dazu gibt es ein nicht abschließbares Staufach unter einer Plastikklappe, in dem auch ein Ladekabel für das iPhone verbaut ist. Der Anschluss dort ist jedoch noch ein USB-A-Port, für den ein zusätzlicher USB-C-Adapter nötig ist. Für ein iPhone 17 Pro wird es in diesem Fach spürbar eng.

Zu meiner Erfahrung haben ich auch ein kleines Video auf Youtube gemacht.

Unsere Erfahrung

Auf der Straße überzeugt die Origin vor allem durch ihre Sitzposition. Obwohl ich nicht besonders groß sind, kam ich jederzeit sicher mit beiden Füßen auf den Boden, saß dabei angenehm hoch und hatte einen guten Überblick über den Verkehr. Der Abstand zum Lenker passte ebenfalls gut, sodass sich die Origin auch auf der täglichen Pendelstrecke bequem fahren ließ. In Kurven liegt das Motorrad sicher, der Antritt des Motors zieht spürbar durch. Mit den grob profilierten Offroad-Reifen unseres Testbikes ist allerdings etwas mehr Vorsicht angebracht als mit der straßenorientierten Alternativbereifung.

Gewöhnungsbedürftig fand ich zu Beginn die aktive Rekuperation, bei der man den Gasgriff über die Nullstellung hinaus nach vorne dreht, um gezielt Bremsenergie zurückzugewinnen. Das fühlt sich anfangs ungewohnt an, weil man diese Bewegung von keinem anderen Fahrzeug kennt. Nach ein paar Fahrten hatte ich mich aber schnell daran gewöhnt und konnte die Funktion gezielt einsetzen.

Die Federung ist der Punkt, an dem die Origin im Alltag am ehesten anecken könnte: Die Dämpfer sprechen wenig feinfühlig an, auf schlechteren Pisten wird es merklich holprig. Auf reinem Asphalt, wie ich es mit der Pulse erlebt habe, fällt das kaum auf, auf Schotterwegen und unebenen Strecken mit der Origin dagegen schon.

Im Alltag kam ich auf eine Reichweite von rund 110 Kilometern, bei zügigerer Fahrweise sank sie auf 100 bis 105 Kilometer. Für meine tägliche Pendelstrecke von rund 50 Kilometern reichte eine Ladung locker für zwei Tage. Das Nachladen dauerte bei mir – egal ob an der Wallbox oder mit dem mitgelieferten Kabel – von etwa 10 Prozent bis voll rund eine Stunde 45 bis eine Stunde 50 Minuten. Einen Schnelllader gibt es für die Origin nicht.

Apple Carplay funktionierte in meinem Test zuverlässig, sofern man die Reihenfolge beim Verbinden einhält: erst das Smartphone anschließen, dann das Headset aktivieren. Ich haben dafür ein Cardo Packtalk Neo-Headset genutzt, das sich klanglich mit JBL-Lautsprecher und beim Mikrofon gut geschlagen hat. Über die Tasten am linken Lenkerende lassen sich Anrufe, Musik und über die Mikrofontaste auch Siri steuern.

Die mitgelieferten Satteltaschen sehen gut aus und lassen sich abschließen, sind durch die feste Nahtführung aber kaum erweiterbar und bieten wenig Stauraum. Sehr praktisch fanden wir die im Satteltaschen Lieferumfang gepolsterten Notebooktaschen mit Tragegurt.

Ein klarer Schwachpunkt sind für mich die Rückspiegel: Sie reichen selbst bei schmalerer Statur kaum über die Schultern hinaus und schränken die Sicht nach hinten spürbar ein.

Die Pulse habe ich nur kurz gefahren, sie fühlt sich durch die gestrecktere Sitzposition deutlich sportlicher und schneller an als die Origin. Für alle, die überwiegend auf der Straße unterwegs sind, ist sie die naheliegendere Wahl.

Empfehlung

Wer ein Elektromotorrad für den täglichen Weg zur Arbeit sucht, dabei auf Optik und ein bisschen Abenteuer-Charakter nicht verzichten möchte und gelegentlich auch mal leichtes Gelände oder unbefestigte Wege mitnehmen will, findet in der Can-Am Origin ein unterhaltsames Gefährt mit überschaubaren, aber verschmerzbaren Schwächen. Wer dagegen überwiegend auf der Straße unterwegs ist und eine sportlichere Sitzposition bevorzugt, sollte einen Blick auf die Schwester Pulse werfen.

Fazit

Die Can-Am Origin macht im Alltag richtig viel Spaß und punktet mit cleverem Zubehörsystem, guter Sitzposition und ordentlicher Straßenlage. Federung, Rückspiegel und der USB-A-Anschluss zeigen aber, dass noch nicht alles bis ins letzte Detail ausgereift ist. Für Pendlerstrecken mit gelegentlichem Ausflug ins leichte Gelände ist sie dennoch eine unterhaltsame Wahl.

Pro:

  • Cleveres LinQ-Zubehörsystem
  • Bequeme, gut einstellbare Sitzposition
  • Zuschaltbare optionale LED-Zusatzscheinwerfer
  • Sicheres Kurvenverhalten und flotter Antritt
  • Zwei einstellbare Rekuperationssysteme

Kontra:

  • Wenig feinfühlige Federung auf unebenem Untergrund
  • Zu kurze Rückspiegel
  • USB-A- statt USB-C-Anschluss im Staufach
  • Kein Android Auto, nur eingeschränkte Bluetooth-Anbindung für Android
  • Kein Schnellladen möglich
  • Optionale Satteltaschen bieten wenig Stauraum

Die ultimative Action-Cam für Sportler: Insta360 Go Ultra im Test

Insta360 Go Ultra

Ist die Insta360 GO Ultra die ultimative Action-Cam für Sport und Vlogging? Ich habe sie ausprobiert.

Klein, leicht und 4K – das sind die Voraussetzungen für eine perfekte Action-Cam. Mit der Go-Serie trifft Insta360 hier genau den richtigen Nerv. Die neue Go Ultra bietet gegenüber dem Vorgängermodell Go 3S technische Verbesserungen, darunter 4K-Videos jetzt mit 60 fps, einen 50-Megapixel-Fotomodus, einen größeren Sensor mit jetzt 1/1,28-Zoll und einen optimierten Purevideo-Modus für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Außerdem verfügt sie über einen größeren Akku mit bis zu 70 Minuten Laufzeit. Zusammen mit dem Action-Pod, einer Art Basisstation, bietet sie eine Laufzeit von bis zu 200 Minuten.

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Die besten Erweiterungen für Lightroom und Co. (2025)

Benq Photovue SW272U

Adobe Lightroom und Adobe Photoshop sind äußerst leistungsfähige Programme, daher bei Fotografen und Bildbearbeitern sehr beliebt. Es gibt jedoch nichts, was Spezialisten nicht noch besser erledigen könnten. Wir haben uns die besten Plug-ins und Zusatzprogramme genauer angesehen.

Bildoptimierung, Entrauschung, Schärfen oder Bildverwaltung – die Aufgaben, die Fotografen mit ihren unfertigen Bildern haben, sind vielfältig. Vieles davon können Bildverwaltungsprogramme wie Adobe Lightroom Classic mit Bravour erledigen. Es gibt jedoch Spezialisten, die diese Aufgaben noch besser erledigen, dadurch Zeit sparen oder das Ergebnis deutlich verbessern können.

Wir haben uns einige typische Aufgaben vorgenommen und sie von Spezialisten erledigen lassen. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Abfolge der Arbeiten im Workflow: Zunächst steht die Bildverwaltung mit Metadaten, anschließend die Bearbeitung.

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  • Excire Search 2024
  • Houdahgeo 7
  • Jeffrey’s “Geoencoding Support” Plugin für Lightroom
  • Dxo Pureraw 5
  • Nik Silver Efex 8

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Insta360 X5 im Test – perfekte 360-Grad-Action-Cam?

Insdta360 X5

Eine 360-Grad-Action-Cam bietet zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Action-Kameras, insbesondere für Abenteurer, Sportler und Kreative.

Eine 360-Grad-Action-Cam ist groß und schwer, die Videos muss man später aufwendig nachbearbeiten. Das sind Vorurteile, die nicht von der Hand zu weisen sind. Doch Insta360 versucht mit dem neuesten Modell X5, 360-Grad-Videos wieder ein Stück zu vereinfachen.

Warum 360 Grad?

360-Grad-Kameras nehmen die gesamte Umgebung auf. Dadurch verpassen Sie keinen Moment und können im Nachgang jeden Blickwinkel auswählen. Dieser Vorgang wird als Reframing bezeichnet.

So lassen sich Videos erstellen, die aussehen, als hätte man einen zweiten Kameramann dabei. Da die Positionierung der Kamera weniger kritisch ist, wird die Bedienung erleichtert und das Risiko, wichtige Momente zu verpassen, verringert sich. Daher sind 360-Grad-Action-Cams bei Mountainbikern und Motorradfahrern sehr beliebt.

Hier passt es ebenso wie beim Vlogging, das Video mit Effekten wie „Tiny Planet”, Zeitraffer und Zeitlupe sowie ungewöhnlichen Perspektiven aufzupeppen. Im Gegensatz zu den Anfängen der 360-Grad-Action-Cams sind dank ausgezeichneter Stabilisierung auch Aufnahmen bei schnellen Bewegungen ruhig und flüssig.

Ein weiterer Einsatzzweck sind virtuelle Rundgänge und interaktive 360-Grad-Bilder, bei denen man sich mit der Maus in alle Richtungen bewegen und umsehen kann. Das ist perfekt für die Bereiche Reise, Immobilien und Architektur.

Was kann die neue Insta360 X5?

Eine der wichtigsten Neuerungen ist der größere Sensor. Dabei handelt es sich nicht nur um einen, sondern um zwei 1/1,28-Zoll-Sensoren. Diese sind 144 Prozent größer als die Sensoren des Vorgängermodells. Diese größeren Sensoren sorgen für eine bessere Lichtausbeute, reduzieren das Bildrauschen und verbessern die Bildqualität, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen.

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Welches Fotopapier für welche Aufnahmen?

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Die Qualität einer gedruckten Fotografie hängt nicht zuletzt auch vom Fotopapier ab, auf dem sie geprintet wird. So eignet sich das eine besser für Schwarzweiß-Fotos, das ­andere für leuchtende Farben in der ­Modefotografie und das dritte für Details bei Landschaften. Wir stellen die Unterschiede, Stärken und Merkmale vor.

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Fotorucksäcke im Test – acht Top-Tragelösungen für unterwegs

Thinktank Rotation 22L

Wer mit seiner Fotoausrüstung nach draußen oder auf Reisen gehen will, braucht eine passende Transport­lösung. Fotorucksäcke sind da besonders praktisch. Man hat die Arme frei und kann laufen und sogar Fahrrad fahren, ohne von seinem Gepäck behindert zu werden. Kein Wunder also, dass viele Fotografen Fotorucksäcke als bevorzugte Transport­lösung schätzen. Wir haben acht Modelle getestet.

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