Anker Solix Solarbank 4 Pro im Test – Balkonkraftwerk XXL

Mit der Solarbank 4 Pro schraubt Anker Solix die Speicherkapazität seiner Balkonkraftwerk-Systeme noch einmal deutlich nach oben – und stellt damit fast schon die Systemfrage: Bleibt das noch ein Balkonkraftwerk, oder beginnt hier bereits die eigene kleine Solaranlage? Ich habe die Solarbank 4 Pro samt Erweiterungsakku und Solarpanelen mehrere Wochen im Alltag betrieben.

Vergleich Solarbank 4 Pro zu Solarbank 2 Pro

Die Anker Solix Solarbank 4 Pro ist ein Stromspeicher mit integriertem Wechselrichter, der sich mit Solarpanelen kombinieren lässt und überschüssigen Solarstrom speichert, statt ihn ungenutzt verpuffen zu lassen. Damit richtet sie sich an alle, die eine Photovoltaik-Steckerlösung für Balkon, Terrasse oder Garten betreiben und den selbst erzeugten Strom möglichst weitgehend selbst verbrauchen wollen, statt ihn kostenlos ins Netz einzuspeisen.

Gegenüber der Solarbank 3 Pro hat sich vor allem die Speicherkapazität deutlich vergrößert: Statt 2,68 Kilowattstunden fasst die Solarbank 4 Pro im Grundgerät nun 5 Kilowattstunden. Auch die maximale Solareingangsleistung ist von 3.600 Watt auf 5.000 Watt gestiegen, die Notstromleistung von 1.200 Watt auf 2.500 Watt. Die Ladezyklen wurden von 6.000 auf 10.000 erhöht, was Anker Solix mit einer kalkulierten Lebensdauer von rund 15 Jahren bei täglicher Nutzung angibt. Auch bei der Erweiterbarkeit legt die neue Generation zu: Ließ sich die Solarbank 3 Pro auf maximal 16,12 Kilowattstunden ausbauen, kommt die Solarbank 4 Pro mit Erweiterungsakkus auf bis zu 30 Kilowattstunden pro Turm.

Preislich ruft Anker Solix für die Solarbank 4 Pro aktuell 1.699 Euro auf, im Set mit dem BP5000 Erweiterungsakku werden 2.898 Euro fällig – jeweils ohne Solarmodule.

Die Technik

Im Inneren der Solarbank 4 Pro steckt eine LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit einer Grundkapazität von rund 5 Kilowattstunden. Vier unabhängige MPPT-Tracker übernehmen die Solareingänge und verarbeiten jeweils bis zu 1.250 Watt, in Summe ergibt das eine maximale Solareingangsleistung von 5.000 Watt. Bis zu zwölf Solarmodule lassen sich damit anschließen. Der integrierte, bidirektionale Wechselrichter liefert am Notstromausgang bis zu 2.500 Watt und schaltet angeschlossene Verbraucher im Falle eines Stromausfalls innerhalb von 10 Millisekunden auf Notstrom um.

Bei der Einspeisung ins Hausnetz unterscheidet Anker Solix zwei Varianten: Über einen gewöhnlichen Schuko-Stecker sind maximal 800 Watt Einspeiseleistung erlaubt, was dem gesetzlichen Rahmen für Balkonkraftwerke in Deutschland entspricht. Wird die Solarbank 4 Pro stattdessen über einen Wieland-Stecker angeschlossen und von einer Elektrofachkraft entsprechend angemeldet, lässt sich die Einspeiseleistung auf bis zu 2.500 Watt anheben. Anker Solix bewirbt diese Variante als „PluginPower 2.0″ und hat sie vom TÜV Rheinland prüfen lassen. Bemerkenswert ist zudem, dass sich Netzeinspeisung und Notstromausgang gleichzeitig nutzen lassen: Kombiniert man die vollen 2.500 Watt aus dem Wieland-Anschluss mit den 2.500 Watt aus dem Off-Grid-Port, kommt die Solarbank 4 Pro in Summe auf bis zu 3.600 Watt Ausgangsleistung.

Als Batteriezellen kommen LFP-Zellen im Automotive-Format mit 314 Amperestunden zum Einsatz. Ein Energieoptimierer erlaubt dabei eine vollständige Entladetiefe von 100 Prozent, sodass sich die nutzbare Speicherkapazität voll ausschöpfen lässt. Ausgelegt ist das System auf zwei vollständige Lade- und Entladezyklen pro Tag, um sowohl die morgendliche als auch die abendliche Verbrauchsspitze abzudecken.

Wer bereits eine ältere Solarbank besitzt, kann die neuen Erweiterungsakkus BP5000 auch mit dem eigenen Bestand kombinieren: Die Solarbank 4 Pro ist abwärtskompatibel zu den älteren Modulen BP1600 und BP2700. Beim Kombinieren unterschiedlicher Akkutypen ist allerdings eine bestimmte Stapelreihenfolge einzuhalten – von unten nach oben BP1600, BP2700, BP5000 und ganz oben die Solarbank selbst –, da sich sonst die Ladeleistung des Hauptgeräts verringert.

Beim Thema Sicherheit setzt Anker Solix auf ein mehrstufiges Schutzkonzept: Neben der IP66-Zertifizierung, die Staub- und Strahlwasserschutz gewährleistet, sorgen unter anderem keramikbeschichtete Separatoren, eine Wärmedämmung zwischen den Zellen sowie ein Batteriemanagementsystem mit durchgehender Überwachung dafür, dass sich Kurzschlüsse oder eine thermische Kettenreaktion zwischen den Modulen möglichst gar nicht erst entwickeln.

An der Front informiert weiterhin ein LED-Streifen über den aktuellen Betriebsmodus, neu hinzugekommen ist ein Segmentdisplay, das Ladezustand sowie ein- und ausgehende Leistung auch ganz ohne App auf einen Blick zeigt.

Einrichtung

Sowohl die Anker Solix Solarbank 4 Pro als auch der Anker Solix BP5000 Erweiterungsakku sind schwere Geräte: Die Solarbank 4 Pro bringt rund 50 Kilogramm auf die Waage, der BP5000 kommt auf etwa 42 Kilogramm. Beim Aufbau ist es daher ratsam, zu zweit zu sein. Dank einer guten Anleitung geht der Aufbau trotzdem leicht von der Hand. Die Solarbank 4 Pro wird dabei einfach auf den BP5000 Erweiterungsakku aufgesetzt.

Die Verbindungsstecker sind gut geschützt in die Gehäuse integriert. Das gilt vor allem für die Solarbank 4 Pro: Hier ist der Schutz verschraubt, was die Gefahr eines Verlusts beim Einzeleinsatz – etwa wenn das Gerät verschoben wird – deutlich minimiert.

Der Anschluss ans Stromnetz erfolgt über Schuko- oder Wieland-Stecker, wobei sich ein separat abgesicherter Anschluss empfiehlt, den eine Elektrofachkraft legt. Das Anschlusskabel ist erfreulich dick und stabil geraten, eine deutliche Verbesserung gegenüber den ersten Anker-Solix-Generationen. Ist der Stromanschluss hergestellt, startet die Solarbank 4 Pro direkt und befindet sich im Verbindungsmodus – beim Start der Anker-App wird sie sofort gefunden.

Die Einrichtung wird von einem sehr informativen Assistenten begleitet. Neben dem eigenen Smart Meter unterstützt Anker Solix inzwischen auch Smart Meter von Shelly, was ich im Test direkt erfolgreich ausprobiert habe. Zum Abschluss der Einrichtung führt die App eine Systemüberprüfung durch.

Betrieb

In der Anker-App stehen mehrere Betriebsmodi zur Wahl. Im Selbstverbrauchsmodus – der ein Smart Meter voraussetzt – passt die Solarbank die Ausgangsleistung automatisch an den Hausverbrauch an, überschüssiger Solarstrom wandert in den Akku. Wer lieber selbst plant, greift auf den benutzerdefinierten Modus zurück und legt einen Wochenplan fest, nach dem die Solarbank Verbraucher versorgt und speichert. Für Haushalte mit variablen Stromtarifen gibt es zusätzlich den Time-of-Use-Modus, in dem sich feste Zeitfenster für das gezielte Laden oder Entladen des Speichers definieren lassen, etwa passend zu Hoch- und Niedrigtarifen. Über einen Smart-Plug-Modus lässt sich außerdem der Verbrauch einzelner Geräte an einer Smart-Steckdose in Echtzeit überwachen und regeln.

Die App selbst dient als Schaltzentrale für das gesamte System: Sie zeigt den Energiefluss live an, erlaubt den Wechsel zwischen den Betriebsmodi, das Anpassen der Einspeiseleistung und liefert Verlaufsdiagramme über Tag, Woche, Monat und Jahr.

Praxis

Die App bietet einen übersichtlichen Überblick über den Energiefluss: Sie zeigt Solarleistung, Batteriestand, Hausverbrauch sowie die aktuelle Einspeise- beziehungsweise Bezugsleistung an. Tippt man einen dieser Werte an, öffnen sich detailliertere Informationen – etwa die Leistung der einzelnen Solarmodule beziehungsweise MPPT-Tracker, der Ladeverlauf des Akkus oder historische Verbrauchsdaten.

Ich betreibe die Solarbank gesetzeskonform mit einer maximalen Ausgangsleistung von 800 Watt und mit vier Solarmodulen. Im Betrieb mit einem Zusatzakku reichen vier Solarmodule allerdings nicht aus, um den zusätzlichen Batteriespeicher zuverlässig zu laden. Wer den BP5000 sinnvoll nutzen will, sollte hier aufrüsten und beispielsweise die doppelte Anzahl an Modulen installieren. Sehr praktisch ist die Meldung der App, sobald der Batteriespeicher auf das Minimum von 10 Prozent gesunken ist.

Die Solarbank 4 Pro verrichtete über die letzten Wochen zuverlässig ihren Dienst. So richtig Spaß macht sie vor allem dann, wenn mehr als vier Solarmodule zum Einsatz kommen. Wenn dann mal 2.000 Watt Spitzenleistung und mehr an Solareingangsleistung anliegen, kommt man einer herkömmlichen Solaranlage schon deutlich näher.

Gerade im Sommer, bei Betrieb einer Klimaanlage, ist ein Batteriespeicher von 5 Kilowattstunden schnell aufgebraucht – aber genau da beginnt der eigentliche Reiz der Solarbank 4 Pro. Wer den Platz dafür hat, kommt schnell auf die Idee, die maximale Solareingangsleistung von 5.000 Watt nach und nach auszureizen. Und wer dann richtig Blut geleckt hat, kann den Schritt zu einer waschechten Solaranlage mit dem Power Dock gehen. Dieses muss zwar von einer Elektrofachkraft installiert werden, ermöglicht dafür aber den Anschluss von bis zu vier Solarbank-4-Türmen und damit eine maximale Solareingangsleistung von 20 Kilowatt sowie eine Gesamtspeicherkapazität von bis zu 120 Kilowattstunden. Zum Testzeitpunkt ist die Kompatibilität zum Power Dock allerdings noch nicht ab Werk aktiv, sondern soll erst über ein kommendes Firmware-Update freigeschaltet werden. Das entspricht im Kern einer klassischen Solaranlage – mit dem Unterschied, dass man sie sich Stück für Stück selbst aufbauen kann.

Für den Ausbau über vier Module hinaus habe ich im Test auf bifaziale Solarmodule gesetzt, aufgeständert auf einem Garagendach. Diese Kombination hat sich sehr gut geschlagen: Die beidseitig aktiven Zellen der bifazialen Module fangen zusätzlich das vom Dach reflektierte Licht ein, der Ständer wiederum erlaubt eine freie Wahl des Neigungswinkels und damit eine deutlich bessere Ausrichtung zur Sonne als bei flach aufgelegten Modulen. Gerade auf Garagen- oder Carportdächern, wo ohnehin Fläche ungenutzt bleibt, ist das eine naheliegende und wirkungsvolle Lösung, um die Solarbank 4 Pro und den BP5000 auch tatsächlich auszulasten.

Empfehlung

Mit dem Erweiterungsakku geht die Solarbank 4 Pro schon weit über eine gewöhnliche Balkonsolaranlage hinaus. Da sich der Zusatzakku mit nur vier Solarmodulen aber nicht sinnvoll füllen lässt, empfiehlt sich der Einsatz des BP5000 eigentlich nur in Kombination mit einer größeren Modulanzahl. Wer dafür noch Fläche übrig hat, sollte sich an meinem Testaufbau orientieren: Bifaziale Module auf einem Ständer, etwa auf dem Garagendach, haben sich bei mir als wirkungsvolle und unkomplizierte Lösung erwiesen, um zusätzliche Solarleistung zu erschließen, ohne gleich eine feste Dachanlage installieren zu müssen. Genau die Ausbaumöglichkeiten, die sich jederzeit auch nachträglich nutzen lassen, machen aber den Charme des Systems aus: Man fängt klein an und baut nach und nach aus, bis man im Extremfall bei einer klassischen, großen Solaranlage angekommen ist. Bei knapp 1.700 Euro für das Grundgerät beziehungsweise rund 2.900 Euro im Set mit Erweiterungsakku bewegt sich die Solarbank 4 Pro preislich spürbar über den Einstiegsmodellen am Markt – wer allerdings die Ausbaumöglichkeiten tatsächlich nutzt, bekommt dafür auch ein System, das mit klassischen Solaranlagen mithalten kann. Die Hardware ist das eine – da mich aber auch die Steuerung über die App im Test über mehrere Wochen überzeugt hat, ist die Solarbank 4 Pro meine Empfehlung für Hausbesitzer mit Ambitionen.

Fazit

Die Anker Solix Solarbank 4 Pro erhöht Speicherkapazität, Solareingangs- und Notstromleistung gegenüber der Vorgängergeneration spürbar. Aufbau und Einrichtung gelingen dank guter Anleitung und App-Assistent unkompliziert, im Alltag arbeitete das System über die Testwochen zuverlässig. Erst im Zusammenspiel mit zusätzlichen Solarmodulen und dem Erweiterungsakku zeigt sich das volle Potenzial des Systems.

Pro und Kontra

Pro

  • Deutlich mehr Speicherkapazität und Solareingangsleistung als die Vorgängergeneration
  • Modularer Ausbau von der Einzel-Solarbank bis zur Solaranlage mit Power Dock möglich
  • Unkomplizierter Aufbau dank guter Anleitung und informativem App-Assistenten
  • Unterstützung von Smart Metern verschiedener Hersteller, etwa Shelly
  • Übersichtliche App mit detaillierten Einblicken in den Energiefluss
  • Guter Mehrertrag mit aufgeständerten, bifazialen Modulen, etwa auf dem Garagendach
  • Abwärtskompatibel zu älteren Erweiterungsakkus wie BP1600 und BP2700

Kontra

  • Solarbank 4 Pro und BP5000 sind schwer, Aufbau nur zu zweit empfehlenswert
  • Vier Solarmodule reichen nicht aus, um den Erweiterungsakku sinnvoll zu laden
  • Volle Einspeiseleistung von 2.500 Watt nur mit Wieland-Anschluss durch eine Elektrofachkraft
  • Power-Dock-Kompatibilität zum Testzeitpunkt noch nicht freigeschaltet, sondern erst per Firmware-Update angekündigt

Ein Smartlock aus der Zukunft – Switchbot Smart Lock Ultra mit Keypad Vision Pro im Test

Ein Türschloss, das sich per Blick oder Handbewegung öffnet, klingt nach Science-Fiction – SwitchBot macht daraus mit dem Smart Lock Ultra und dem neuen Keypad Vision Pro Alltag. Ob die Technik im Alltag wirklich so mühelos funktioniert, wie es sich anhört, habe ich mehrere Wochen lang getestet.

Smarte Türschlösser gehören inzwischen zu den beliebtesten Nachrüstlösungen im Smart Home, weil sie sich ohne Eingriff in die Türsubstanz montieren lassen und trotzdem spürbaren Komfort bringen: kein Kramen nach dem Schlüssel, flexible Zugänge für Familie oder Gäste, und ein Blick in die App genügt, um zu wissen, ob abgeschlossen ist. Mit dem Smart Lock Ultra und dem neuen Keypad Vision Pro geht SwitchBot einen Schritt weiter. Während das Schloss selbst eine Weiterentwicklung des bekannten Lock Pro ist, sorgt vor allem das Keypad Vision Pro für Aufsehen: Es erkennt neben dem Gesicht erstmals auch die Handfläche per Venenstruktur und soll damit eine der bequemsten und zugleich sichersten Entriegelungsmethoden am Markt bieten.

Technik und Ausstattung
Das Smart Lock Ultra wird von innen auf den vorhandenen Schließzylinder gesetzt und dreht per Motor entweder den eingesteckten Schlüssel oder einen mitgelieferten Adapter für den Knaufzylinder. Im Vergleich zum Vorgänger Lock Pro fällt das neue Gehäuse aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung auf, das rund 50 Prozent schlanker ausfällt und dank eines magnetischen Schnellverschlusses sowie eines umlaufenden Rings ganz ohne Spalt zum Türblatt montiert wird. Bei Abmessungen von etwa 122 mal 62,6 mal 66,8 Millimetern bringt das Schloss rund 370 Gramm auf die Waage. Für ungewöhnliche Zylinderformen bietet SwitchBot optional ein Adapter-Kit an, mit dem sich laut Hersteller etwa 99 Prozent aller europäischen Schließzylinder abdecken lassen. Ein LED-Ring zeigt den Status des Schlosses an, der Antrieb selbst arbeitet angenehm leise.

Der eigentliche Star ist jedoch das Keypad Vision Pro. Es baut auf dem bekannten Keypad Vision auf, das bereits Gesichtserkennung, Fingerabdruck, NFC und PIN-Code beherrschte, und ergänzt das Ganze um eine Handvenenerkennung: Statt der Oberfläche der Hand erfasst eine Infrarotkamera mit 940-Nanometer-Licht die darunterliegende Venenstruktur, die als deutlich schwerer zu fälschen gilt als ein reiner Handflächenabdruck. Für die Gesichtserkennung setzt SwitchBot auf 3D-Strukturlicht mit über 30.000 Infrarotpunkten, was auch bei völliger Dunkelheit funktionieren soll. Gegenüber dem regulären Keypad Vision entsperrt die Pro-Variante spürbar schneller, laut Hersteller in rund 0,3 statt 0,6 Sekunden. Alle biometrischen Daten – Gesicht, Handvene und Fingerabdruck – bleiben dabei ausschließlich lokal auf dem Keypad gespeichert, eine Cloud-Anbindung gibt es nicht. Das Gehäuse ist nach Schutzklasse IP65 wetterfest und damit für die Montage im Außenbereich geeignet.

Insgesamt stehen dem Nutzerkreis damit bis zu 18 verschiedene Entriegelungsmöglichkeiten zur Verfügung, von Gesicht, Handvene, Fingerabdruck und PIN-Code über NFC-Karte und App bis zu Sprachassistenten und Apple Watch. Ergänzt wird das System um praktische Extras: eine Notentriegelung für den Fall der Fälle, ein Zugriffsprotokoll, das jede Ver- und Entriegelung dokumentiert, Kompatibilität mit einer SwitchBot-Videotürklingel, Fernzugriff über die App, einstellbare Drehgeschwindigkeit sowie ein NFC-Modus und ein Nachtmodus für zeitlich eingeschränkte Zugänge. Neben dem Hauptakku im Schloss gibt es zudem einen separaten Notfallakku, der den Betrieb auch bei niedrigem Ladestand des Hauptakkus sicherstellt und dank dem das Smart Lock Ultra laut Hersteller sogar bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius zuverlässig arbeiten soll. Die Akkulaufzeit des Hauptakkus gibt SwitchBot mit rund neun Monaten an. Das Keypad Vision Pro selbst lässt sich über einen USB-C-Anschluss aufladen, was den Betrieb im Alltag unkompliziert macht – im Zweifel reicht dafür auch eine handelsübliche Powerbank. Für die Einbindung in Matter wird ein Hub benötigt – im getesteten Set liegt dafür ein Hub Mini bei, der auch einzeln vergleichsweise günstig zu haben ist und die Anbindung an Apple Home, Alexa und Google Home ermöglicht.

Meine Erfahrung
Die Montage geht erstaunlich einfach von der Hand: Schloss auf den vorhandenen Zylinder aufsetzen, mit dem passenden Adapter fixieren, fertig – ohne Bohren oder sonstige Eingriffe in die Tür. Auch das Keypad Vision Pro habe ich schnell an der Wand befestigt, es sitzt anschließend bemerkenswert fest auf seiner Halterung. Wer es unbefugt entfernen möchte, kommt ohne Werkzeug nicht weit, und ein Manipulationskontakt löst zusätzlich Alarm aus, sollte es doch jemand versuchen. Das erschwert Diebstahl spürbar.

Im Alltag ist das Keypad tatsächlich das Highlight des gesamten Systems. Ob per Gesicht, Handfläche, Fingerabdruck oder Code – die Tür öffnet sich zuverlässig und angenehm schnell. Wer die Gesichtserkennung nutzen möchte, sollte allerdings auf die richtige Montagehöhe achten: SwitchBot empfiehlt eine Anbringung zwischen 1,20 und 2,00 Metern, damit die Erkennung im optimalen Abstand von 60 bis 90 Zentimetern zuverlässig greift. Sehr praktisch im Alltag: Das Keypad Vision Pro spricht mich aktiv an und gibt Anweisungen, etwa wenn der Abstand zur Gesichtserkennung nicht stimmt oder wenn die Tür erfolgreich entriegelt wurde. Das nimmt Unsicherheit aus der Bedienung und macht das System auch für weniger technikaffine Haushaltsmitglieder zugänglich.

Nicht ganz rund läuft dagegen die automatische Türöffnung beim Herannahen, die SwitchBot noch als Beta-Funktion kennzeichnet. In meinem Test hat sie bislang nicht zuverlässig funktioniert – hier sollte SwitchBot in den kommenden Firmware-Updates nachbessern.

Empfehlung
Das SwitchBot Smart Lock Ultra mit Keypad Vision Pro hat mich über die gesamte Testzeit hinweg überzeugt. Der Antrieb arbeitet angenehm leise, sodass das Auf- und Zusperren im Alltag kaum auffällt. Das eigentliche Highlight bleibt aber das Keypad Vision Pro: Es hat nicht nur mich, sondern auch meinen Sohn begeistert, der die Gesichtserkennung am liebsten mehrmals täglich ausprobiert hat. Genau diese Vielzahl an Entsperrmethoden – Gesicht, Handvene, Fingerabdruck, Code, NFC, App und mehr – macht das System so alltagstauglich, weil sich jedes Familienmitglied die für sich passende Methode aussuchen kann.

Auch preislich macht SwitchBot vieles richtig: Für rund 250 Euro gibt es das Set bereits inklusive Hub für die Matter-Anbindung und dem Keypad Vision Pro, was angesichts des Funktionsumfangs ein faires Angebot ist. Kleine Design-Details wie die mitgelieferten Holzdekore sorgen zudem dafür, dass sich das Schloss optisch an die eigene Tür anpassen lässt, statt wie ein reines Technikbauteil zu wirken. In Kauf nehmen muss man dafür die vergleichsweise große Bauform des Schlosses, die auf manchen Türen deutlicher auffällt als kompaktere Alternativen.

Fazit
SwitchBot macht mit dem Smart Lock Ultra vieles richtig: ein leiser Antrieb, eine durchdachte Abdeckung für einen möglichen Spalt an der Tür und vor allem das gelungene Keypad Vision Pro. Mit Gesicht, Handvene, Fingerabdruck oder Code bietet es gleich vier bequeme Wege, die eigene Tür zu öffnen. Einzig die automatische Türöffnung braucht noch Reifezeit, bevor sie im Alltag verlässlich funktioniert.

Pro:

  • Einfache Montage ohne Bohren, dank Adapter-Kit breite Zylinder-Kompatibilität
  • Keypad Vision Pro mit vier komfortablen Entsperrmethoden: Gesicht, Handvene, Fingerabdruck, Code
  • Keypad lässt sich ohne Werkzeug nicht demontieren, zusätzlicher Manipulationsalarm
  • Sprachausgabe des Keypads erleichtert die Bedienung im Alltag
  • Biometrische Daten bleiben lokal gespeichert, keine Cloud-Anbindung
  • Leiser Antrieb
  • Akkulaufzeit von rund neun Monaten, USB-C-Ladeanschluss am Keypad
  • Notfallakku ermöglicht Betrieb auch bei bis zu minus 40 Grad Celsius
  • Faires Setpreis von rund 250 Euro inklusive Matter-Hub und Keypad Vision Pro
  • Holzdekore für individuelle Optik

Kontra:

  • Automatische Türöffnung noch im Beta-Status und im Test nicht zuverlässig
  • Große Bauform des Schlosses
  • Für Matter-Einbindung zusätzlicher Hub nötig (im Set aber bereits enthalten)